Smartphone ohne Bankkonto in Afrika südlich der Sahara

Von Bolaji Onibudo, Gründer und CEO von XendBit

„Finanzielle Inklusion“ ist derzeit ein wichtiges Schlagwort in Subsahara-Afrika. Wie es sich gehört, sind die Menschen ohne Bankkonto in Subsahara-Afrika – Entwicklungsländer wie Nigeria, Kenia, Simbabwe und Tansania – eine bedeutende Zahl der rund 1,7 Milliarden Menschen ohne Bankverbindung auf der ganzen Welt.

Der neuesten Globaler Index der Weltbank Berichten zufolge haben etwa 62 Prozent der Afrikaner südlich der Sahara kein Bankkonto. Obwohl traditionelle Banken Anstrengungen unternommen haben, um diese Zahl von Banklosen in Subsahara-Afrika zu verbessern, stellen eine Mehrgenerationenkultur der Armut, des finanziellen Analphabetismus und der politischen Unruhen ernsthafte Herausforderungen für die Erreichung dieses Ziels dar.

Viele Ökonomen glauben, dass die Fähigkeit, Geld zu sparen, zu leihen und zu wechseln, der Schlüssel dazu ist, den Afrikanern nicht nur zu helfen, der Armut zu entkommen, sondern auch Zugang zu Finanzinstrumenten zu haben, die es ihnen ermöglichen, zu bezahlen, bezahlt zu werden und ihre Lebensqualität zu verbessern. Eine stärkere Durchdringung traditioneller Finanzinstitute, wie in westlichen Volkswirtschaften, würde dieses Problem lösen helfen.

Oder würde es?

Banking The Unbanked in Subsahara-Afrika

Während die Zahl der Afrikaner mit „Banking“ jedes Jahr im Schneckentempo zunimmt, explodiert eine andere Zahl: der Besitz von Smartphones.

Eine neue Pew Research-Studie zeigt, dass der Besitz von Smartphones, die den Zugang zum Internet und zu Apps ermöglichen, jedes Jahr zunimmt, während einfache „Flip-Phones“ in Subsahara-Afrika am weitesten verbreitet sind.

Um es klar zu sagen, im Vergleich zur Nutzung in Amerika (wo der Smartphone-Besitz bei 77 Prozent liegt) hinkt Afrika südlich der Sahara immer noch hinterher. Weltweit hat es die niedrigsten Zahlen von Smartphone-Besitz.

Doch seit 2013 spielt die Region eine ernsthafte Aufholjagd: Der Smartphone-Besitz in Südafrika, Nigeria, Ghana und Kenia boomt. Im Senegal beispielsweise stieg der Smartphone-Besitz von 13 Prozent im Jahr 2013 auf 34 Prozent im Jahr 2017. Dieser Anstieg der Akzeptanz hat eine große Auswirkung zur Internetnutzung auf dem gesamten Kontinent. Ein Jahresbericht von We Are Social und Hootsuite ergab, dass die Internetdurchdringung in Afrika am schnellsten zugenommen hat und seit 2018 um 20 Prozent gestiegen ist. Insbesondere in Niger, Sierra Leone, Benin und Mosambik hat sich die Internetnutzung in diesem Zeitraum verdoppelt.

Was haben Smartphones damit zu tun? finanzielle Inklusion in Afrika?

Der Zugang zur Smartphone-Technologie ermöglicht es Afrikanern südlich der Sahara, ihr Geld zu verwalten, ohne ein Bankkonto eröffnen zu müssen. Die zunehmende technologische Nutzung ebnet den Weg für Unternehmen, sich zu entwickeln und es Einzelpersonen zu ermöglichen, traditionelle Banken zu umgehen, um Rechnungen zu bezahlen, Geld zu sparen und Zugang zu Finanzdienstleistungen wie Krediten und Versicherungen zu erhalten.

Laut dem Global Findex-Bericht von 2017 haben satte 21 Prozent der Afrikaner südlich der Sahara mobile Geldkonten – das ist doppelt so viele wie 2014 und die höchste Zahl der Welt. Nicht nur das, nur 10 globale Volkswirtschaften haben mehr Erwachsene mit mobilen Geldkonten als Bankkonten, und sie alle befinden sich in Afrika: Burkina Faso, Tschad, Elfenbeinküste, Gabun, Kenia, Mali, Senegal, Tansania, Uganda und Simbabwe.

Eine Reihe afrikanischer Unternehmen entwickeln mobile Geldlösungen, darunter Safaricom aus Kenia und XendBit aus Nigeria, die eine Blockchain-basierte Finanzdienstleistungsplattform entwickeln, die dieses hochmoderne Ökosystem nutzt, das intelligente Verträge, Kryptowährung, Kryptokredite und Tokenisierung umfasst.

Wo traditionelle Banken durch Probleme wie unzugängliche (für Landbevölkerung) Filialstandorte, hohe Gebühren und die Bevorzugung von Bargeld gegenüber digitalen Transaktionen gefesselt sind, bieten mobile Geldkonten einen einfachen, intuitiven Zugang für jeden mit einem Smartphone. Überweisungsgebühren, d. h. Gebühren, die Menschen im Ausland zahlen, um Geld an ihre Lieben nach Hause zu schicken, sind für Afrikaner nach wie vor die höchsten der Welt. Mobile Money-Konten, insbesondere auf einem hart umkämpften Markt, minimieren diese Gebühren erheblich.

Die Leichtigkeit, mit der mobile Geldkonten es Afrikanern ermöglichen, Geld zu sparen, ist ebenfalls ein Wendepunkt. Der Global Findex-Bericht von 2017 ergab, dass Malawi-Bauern, die ihre Einkünfte auf Sparkonten eingezahlt hatten, 13 Prozent mehr für landwirtschaftliche Geräte ausgeben und ihre Erntewerte um 15 Prozent anstiegen. Mobile Systeme könnten aufgrund ihrer Zugänglichkeit und Transparenz auch dazu beitragen, den finanziellen Analphabetismus und die Korruption in der Region zu verringern.

Mobile Geldkonten sparen Afrikanern viel mehr als Geld: Sie sparen auch Zeit.

Der Global Findex-Bericht aus dem Jahr 2017 ergab, dass die Empfänger während eines Hilfsprogramms in Niger durch die Umstellung der Auszahlung staatlicher Sozialleistungen von Bargeld auf Mobiltelefone durchschnittlich 20 Stunden Reise- und Wartezeit auf die Auszahlung ersparten.

Werden Banken in Afrika verschwinden? Nicht unbedingt. Obwohl diese Zahlen darauf hindeuten könnten, dass Smartphones traditionelle Banken in Afrika abschaffen werden, glauben einige afrikanische Ökonomen, dass mobile Geldkonten die Finanzkraft traditioneller Institutionen erhöhen werden, die die Technologie und Form annehmen freundschaftliche Partnerschaften mit mobilen Finanzierern.

Angesichts der Allgegenwart westlicher mobiler Zahlungslösungen wie PayPal und Venmo könnten solche freundschaftlichen Partnerschaften für Finanzinstitute nicht nur in Subsahara-Afrika, sondern auf der ganzen Welt von Vorteil sein.